Neue Gesetze für mehr Sicherheit: Bodycams gewinnen an Bedeutung bei Ordnungsämtern

In mehreren deutschen Bundesländern wurden in den vergangenen Jahren die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz von Bodycams durch kommunale Ordnungsbehörden angepasst. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Sicherheit des Außendienstpersonals zu erhöhen, die Transparenz behördlichen Handelns zu fördern und die Beweissicherung zu verbessern.

Wo gelten die neuen Regelungen?

So wurde in Rheinland-Pfalz im Februar 2025 das Polizeigesetz geändert. Seitdem dürfen auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommunaler Ordnungsämter Bodycams im öffentlichen Raum zur Eigensicherung einsetzen. In Berlin wurde bereits 2023 das Allgemeine Sicherheits- und Ordnungsgesetz (ASOG) überarbeitet, sodass das ordnungsbehördliche Personal der Bezirke ebenfalls zur Nutzung dieser Technik befugt ist. Nordrhein-Westfalen hat das Ordnungsbehördengesetz entsprechend angepasst, was den Kommunen erlaubt, ihre Ordnungsdienste mit Bodycams auszustatten. In Dortmund wurde dazu eine einjährige Erprobungsphase gestartet, um praktische Erfahrungen mit den Geräten zu sammeln. Auch in Hessen wurde am 12. Dezember 2024 mit dem „Gesetz zur Stärkung der Inneren Sicherheit" der Weg für Bodycams bei der Kommunal- und Stadtpolizei geebnet – für mehr Sicherheit und Nachvollziehbarkeit im Einsatzalltag.

Warum werden Bodycams eingeführt?

Mitarbeitende des Kommunalen Ordnungsdienstes sind häufig aggressivem oder übergriffigem Verhalten ausgesetzt. Ziel ist es, diese zu schützen, Gewalt zu verhindern und durch Deeskalation Konflikte frühzeitig zu entschärfen.

„Die Mitarbeitenden des Kommunalen Ordnungsdienstes sind dem Risiko eines aggressiven oder übergriffligen Verhaltens im täglichen Streifendienst ausgesetzt. Primäres Ziel ist die Verbesserung der Sicherheit und der Schutz unserer Einsatzkräfte im Außendienst sowie der Bürger*innen durch Deeskalation."
– Dr. Frank Burbulla, Ordnungsdezernent der Stadt Herne

Welche Wirkung haben Bodycams?

Studien bestätigen die positiven Effekte: Eine Evaluierung der hessischen Polizei aus dem Jahr 2019 ergab, dass der Einsatz von Bodycams zu einem signifikanten Rückgang von Gewalt gegen Polizeibeamte führte. Die Zahl der dokumentierten Angriffe sank dabei um fast 40 % (vgl. Innenministerium, 2019).
Auch international zeigt sich ein ähnliches Bild: In einer vielbeachteten Studie der University of Cambridge (vgl. Ariel et al., 2015) wurde festgestellt, dass der Einsatz von Bodycams zu einer Reduktion von Beschwerden gegen Einsatzpersonal um bis zu 90 % führen kann.

Wie funktionieren Bodycams und wie wirken sie im Einsatz?

Der Einsatz von Bodycams bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Schon die sichtbare Präsenz der Kamera wirkt abschreckend: Sie signalisiert, dass aggressives oder rechtswidriges Verhalten Konsequenzen hat. Diese präventive Wirkung kann potenzielle Eskalationen im Vorfeld verhindern. Wird die Kamera aktiviert, schaltet sich automatisch die Spiegelfunktion des Front-Displays ein. Dieses Feature zwingt mögliche Aggressoren zur Selbstreflexion – mit nachweislich beruhigender Wirkung. In bis zu 75 Prozent der Fälle lässt sich durch die bloße Aktivierung eine deeskalierende Wirkung erzielen (vgl. BMI-Studie zum Pilotprojekt Bodycam 2018).

Darüber hinaus helfen Bodycam-Aufzeichnungen, Konfliktsituationen objektiv aufzuklären. Sie bieten rechtlichen Schutz vor falschen Beschuldigungen und ermöglichen eine verlässliche Rekonstruktion von Einsatzverläufen. Dank der integrierten Pre-Recording-Funktion, bei der ein kurzer Zeitraum vor der eigentlichen Aktivierung mitgespeichert wird, können auch spontane Entwicklungen zuverlässig dokumentiert werden.

Der Deeskalationsprozess lässt sich in drei aufeinander aufbauende Stufen unterteilen:

  1. Prävention: Das Personal wird in Schulungen auf mögliche Konfliktsituationen vorbereitet, um frühzeitig und angemessen reagieren zu können.
  2. Situative Deeskalation: Vor Ort werden kommunikative Techniken wie aktives Zuhören, ruhige Ansprache und eine deeskalierende Körpersprache eingesetzt.
  3. Nachbereitung: Einsätze werden systematisch analysiert, um aus Erfahrungen zu lernen und zukünftige Situationen besser zu bewältigen.

Angesichts der positiven Erfahrungen sprechen sich Fachverbände und Sicherheitsexperten zunehmend für eine bundesweit einheitliche Regelung zum Einsatz von Bodycams aus. Eine kontinuierliche Evaluation bestehender Vorschriften wird empfohlen, um die Wirksamkeit zu prüfen, Missbrauch zu verhindern und die gesellschaftliche Akzeptanz weiter zu stärken.

Für weitere Informationen und um stets auf dem neuesten Stand zu bleiben, besuchen Sie unseren Bodycam Newsblog oder unsere Bodycam Konferenz:
Unser Newsblog zu den Rechtsgrundlagen für Polizei und Ordnungsämter
Bodycam Konferenz in Frankfurt

Quellen und Studien zur Wirkung von Bodycams:
Hessen – Evaluation Bodycam (Innenministerium, 2019):
https://innen.hessen.de/sites/default/files/media/hmdis/evaluation_bodycam_hessen.pdf
University of Cambridge Studie (Ariel et al., 2015):
https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/1098611115581124
BMI – Evaluierung Bodycam Pilotprojekte (2020):
https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2020/evaluierung-bodycams.pdf?__blob=publicationFile&v=3
Stadt Herne – Bodycams im Ordnungsdienst (Zitat Dr. Frank Burbulla):
https://www.herne.de/Rathaus/Buergerservice/Bodycams/

Über die NetCo Professional Services GmbH

Die im Harz ansässige NetCo Professional Services GmbH wurde 1997 gegründet und hat sich mit seiner Body-Cam mit großem deeskalierend wirkendem Frontdisplay vor allem erfolgreich in der Sicherheitsbranche etabliert. Die NetCo Body-Cam wird zusammen mit der NetCo Suite in unserem Standort Blankenburg entwickelt, produziert und vertrieben und ist damit ein echtes “Made in Germany” Produkt. Die kleine Hightech Kamera wird von der Polizei-, Sicherheits- und Ordnungskräften sowie im ÖPNV eingesetzt und deeskaliert konfliktreiche Situationen. Darüber hinaus sammelt sie bei Vorfällen Beweismaterial.

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